Dinnerrede am 1. St.Galler Forum
Die Dinnerrede wurde gehalten von Dr. Marco Ziegler, McKinsey & Company, Zürich
Klimawandel und Erneuerbare Energien – Neue Chancen für die Wirtschaft

„In der Schweiz gibt es wenig Möglichkeiten CO2 zu reduzieren“, „die Industrie ist der grösste Emittent“, „CO2-Einsparungen sind teuer für Gesellschaft und Wirtschaft“, „Es gibt wenige Schweizer Unternehmen im globalen Markt“ – mit diesen provokativen Thesen wurde das Referat eröffnet.
Während des Referates wurden die Thesen schrittweise widerlegt. So hat die Schweiz gemäss der durchgeführten Studie ein Reduktionspotential von 18% bis im Jahre 2020 und von 45% bis 2030 und dies ohne jegliche Einbussen bei der Lebensqualität. Die grössten CO2-Einsparungspotentiale befinden sich in den drei Bereichen Gebäude, Transport und Erneuerbare Energien. Wobei ersterer einerseits das grösste CO2-Einsparpotential birgt – dies im Bereich energetische Optimierung (Isolation) – und anderseits sowohl ein positiver Wertschöpfungseffekt von 670 Mio. als auch eine Schaffung von 9'200 Arbeitsplätze prognostiziert wird bis im Jahre 2020. In der Autoindustrie und im Bereich erneuerbare Energien wird ebenfalls eine Schaffung von Arbeitsplätzen vorhergesagt, dies jedoch bei einer geringen Wertschöpfungsminderung.
Diese Studienergebnisse provozierten wohl auch die im Anschluss gestellte Frage ob es nicht eher einen Lehrstuhl für Energieeffizienz geben sollte an der Universität St.Gallen anstelle eines Lehrstuhls für Erneuerbare Energien. Eine berechtigte Frage, auch aufgrund der Tatsache dass in der Schweiz bereits 60% des Stroms durch Wasserkraft gewonnen wird. Betrachtet man hingegen den globalen Markt, auf dem sich viele Schweizer Unternehmen bewegen, werden u.a. für die Bereiche Windenergie und Solarenergie grosse Wachstumspotentiale vorausgesagt, so bspw. in der Windenergie ein Anstieg von heute 48 Mrd. Umsatz auf 250 Mrd. Umsatz im Jahre 2020.
Autor: Andrea Tribelhorn
Fotos: stuermer.com